Kinder – Erziehung auf Liebe, Wertschätzung und Leichtigkeit aufzubauen, muss keine Wunschvorstellung für Eltern sein. Sie kann mit den passenden Werkzeugen für jede Familie wahr werden.
Wie Du genau an dieses Ziel kommst, das schauen wir uns jetzt gemeinsam an.
Fangen wir dazu ganz vorne an:
Welche Gründe gibt es für Probleme in der Kinder – Erziehung heute?
Für mich gibt es insgesamt 4 Gründe. Wenn Du zu Beginn diese tiefliegenden Ursachen für Erziehungsprobleme kennst, dann legst Du damit den wichtigsten Grundstein für eine Erziehung in Liebe, Wertschätzung und Leichtigkeit.
Kommen wir also zu Problem 1:
Ein Grund kann aus meiner Sicht, die Erziehung sein, die wir selber in unserem Elternhaus erfahren haben. Ich möchte damit nicht sagen, dass Kindererziehung früher schlecht war und dass wir schlecht erzogen worden sind. Erziehung war früher einfach anders. Sie hatte andere Richtwerte. Obwohl sich Erziehung im Vergleich zu vorherigen Generationen schon enorm verbessert hat, gab es trotzdem in den nachfolgenden Jahrgängen gewisse Schwachstellen, die sich auf die Kinder und auf die Eltern – Kind – Bindung nachteilig ausgewirkt haben.
Es ist jetzt nicht so, dass es früher ins Gewicht fiel. Der Erziehungsstil wurde – und das egal in welcher Generation – einfach akzeptiert. Eltern fanden ihre Art der Erziehung angemessen, resultierend aus ihren Erfahrungen in der eigenen Kindheit. Kinder nahmen die Erziehungsart ohne Widerworte an, auch wenn sie – gerade in Zeiten der autoritären Erziehung – damit nicht einverstanden waren. Strenge, Dominanz, Manipulation und das Ausnutzen der elterlichen Macht machten diesen autoritären Erziehungsstil aus. Kinder dieser Generation wussten genau, dass ihre Eltern am längeren Hebel saßen. Sie hatten zu tun, was ihre Eltern sagten, und ihre Aufgabe war es, zu folgen. Das Resultat waren zwei Richtungen, die Kinder einschlugen: Entweder ging das Kind aufgrund der Strenge in die Opferrolle, oder es wurde aufgrund dessen wütend – aggressiv und ließ sich von den Eltern nichts sagen.
Die Betroffenen haben sich ihr antrainiertes Verhalten bis ins Erwachsenenalter nie abgewöhnt. Es zog sich eher wie ein roter Faden durch ihr Leben, was zur Folge nicht nur ein Opfer – Täter – Verhalten hatte, sondern auch Beziehungsprobleme, Bindungsstörungen, Fehlverhalten und emotionale Fehlregulationen.
Aus meiner Sicht sind beide Muster für Kinder nicht gut. Sie führen im Erwachsenenleben immer wieder zu Konflikten, die es mit gesunden Glaubenssätzen und anderen Denk – und Verhaltensweisen nicht gäbe.
Als erstes Fazit kann man also sagen: Die Erziehung ist der Grundstein. Sie entscheidet, wie sich ein Kind entwickeln und als Erwachsener geben und verhalten wird.
Nun ist es so, dass sich der autoritäre Erziehungsstil heute noch hält. Und hier sind wir beim 2. Punkt, der zu Problemen in der Kinder – Erziehung heute führen kann: Der Erziehungsstil selber. Bevor Du Dich für eine Erziehungsmethode entscheidest, solltest Du Dich über deren Vor – und Nachteile informieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist neben dem autoritären Erziehungsstil, die antiautoritäre Erziehung. Sie setzte sich nach dem autoritären Erziehungsstil durch und ersetzte die alten strengen, dominanten Regeln durch lockere Umgangsformen der Eltern mit ihren Kindern. Aber auch dieser Stil bringt, wie das autoritäre Erziehen, Mängel und Schwachpunkte mit sich, die sich auf die Entwicklung eines Kindes nachteilig auswirken.
Zu bedenken ist immer: Nicht jeder Erziehungsstil ist für die Individualität und Persönlichkeit Deines Kindes gemacht. Es ist wichtig, dass Du Dein Kind genau kennen und verstehen lernst, um daraus resultierend Deinem Kind die beste Begleitung schenken zu können.
Aus meinem Verständnis heraus sollte Kindererziehung heute Miteinander, Liebe, Geborgenheit, Achtung und Respekt, genauso wie Wertschätzung, Vertrauen und alle positiven Werte bedeuten.
Und damit sind wir beim 3. Punkt:
Die Erziehung unserer Kids befindet sich schon seit einigen Jahren in einem Wandel, so wie viele andere Lebensbereiche auch. Der Grund dafür ist, dass sich die Welt immer mehr verändert und dass wir Menschen uns immer mehr dem Miteinander und der Liebe zuwenden dürfen. Wir Erwachsenen haben die große Aufgabe, unsere ureigenen individuellen Wurzeln zu finden – und damit, das, was uns glücklich macht, was uns ausmacht und unserer eigenen Wahrheit entspricht. Es darf sich gut anfühlen und unser Herz tief berühren. Für unsere Kinder bedeutet das, dass alte Erziehungsstile, die unvorteilhaft sind und nicht guttun, ihren Dienst getan haben. Das heißt: In der jetzigen Zeit gewinnt eine Erziehung auf Augenhöhe immer mehr an Bedeutung. Die ureigenen Wurzeln unserer Kinder, der Wesenskern und damit das Erhalten ihrer Individualität und Persönlichkeit rücken in der Erziehung immer mehr in den Vordergrund. Das Problem in der Kinder – Erziehung heute ist nicht, der Sachverhalt, den ich gerade beschrieben habe. Das, was zu Problemen führt, ist unsere Unwissenheit, unser Mangel an Wissen bezüglich dieser Thematik und die fehlende Umsetzung.
Der 4. und letzte Punkt sind die feinfühligen Wurzeln vieler Kinder, die nach der Jahrtausendwende unsere wundervolle Erde betreten und schon betreten haben. Immer mehr Eltern suchen, gerade in Bezug auf die Hochsensibilität ihrer Kinder, Rat und Hilfe. Der Grund dafür ist, dass Eltern in der Erziehung dieser Kinder an ihre Grenzen stoßen. Nach wie vor gibt es auch immer noch zu wenig Informationen und vernünftige Antworten, was das Wesen dieser Kinder angeht. Hinzu kommt, dass unserer Gesellschaft immer noch das nötige Wissen und Verständnis, sowie das dazugehörige Einfühlungsvermögen für die Individualität hochsensibler Kinder fehlen. Leider wird immer noch oft versucht, diese Kinder in ein für die Masse gemachtes Schema zu stecken, was realistisch betrachtet überhaupt nicht geht. Auch wird die Individualität hochsensibler Kinder in der Öffentlichkeit viel zu wenig berücksichtigt, was auch dazu führen kann, dass der Zusammenhalt zwischen Eltern auf der Strecke bleibt – aufgrund unterschiedlicher Wesensmerkmale ihrer Kids.
Bevor ich diese Probleme in Lösungen verwandle, möchte ich Dir etwas ganz Wichtiges bewusst machen: Wir alle sind individuelle Lebewesen mit einem inneren Kompass, der genau weiß, was gut und richtig für uns ist. Jeder Mensch möchte die eigene Individualität und Einzigartigkeit leben. Jeder Mensch ist anders als der andere und möchte gleichwertige Begegnungen auf Augenhöhe.
Gehen wir jetzt an die Lösungen für eine vorteilhafte Kinder – Erziehung heute.
Eine Lösung ist das Einbeziehen der Spiritualität in die Erziehung von Kindern. Spiritualität ist nichts Abgehobenes. In den asiatischen Ländern ist sie über Generationen hinweg ein wichtiger Bestandteil der dort lebenden Menschen. Spiritualität ist der Oberbegriff einer Welt, die man nicht sehen kann, die aber trotzdem Bestandteil unseres Erdenlebens ist. Wir in den westlichen Ländern kennen dieses Wissen kaum noch und haben verlernt, es zu nutzen – etwas, das in den asiatischen Kulturen erhalten geblieben ist. Dabei hat die Spiritualität neben dem unsichtbaren Wissen etwas, das im Leben eines jeden Menschen von großer Bedeutung ist: Nämlich das Leben und Vermitteln positiver Werte. In der Kindererziehung würde das Einbeziehen der Spiritualität so viele Vorteile mit sich bringen. Sie würde das Leben von Eltern und Kind positiv bereichern, glücklich machen und Euch eine schöne Eltern – Kind – Zeit verbunden mit einer engen Eltern – Kind – Bindung schenken. Erlaubst Du ihr, Teil Deines Lebens zu sein, erlaubst Du den Problemen aus Punkt 3, Dein Leben zu verlassen, weil die Spiritualität den Erhalt der ureigenen Wurzeln fördert.
Ach ja: Tipps zum Thema Spiritualität in der Kindererziehung findest Du hier – 5 Kindererziehung Tipps
Kinder sind, wenn sie geboren werden, Liebe und Licht pur. Sie kennen keine Negativität, kein Werten und Urteilen. Sie wollen unsere Welt entdecken und voller Offenheit und Neugierde durchs Leben gehen, aber auch ihre eigenen Erfahrungen sammeln – und das frei von unseren Meinungen und Ansichten. Leider geht das nicht ganz so einfach, wie sie es sich wünschen und mögen, und wie es ihnen guttun würde. Der Grund dafür ist simpel: Unsere Erziehung, unsere Glaubenssätze, Wertevorstellungen und die aus unseren Denk – und Verhaltensweisen entstandenen Betrachtungen, beeinflussen ihre kindliche Entwicklung. Du liest es bestimmt schon heraus – hier kommt Punkt 1 ins Spiel: Nämlich die Erziehung, die wir von unseren Eltern erfahren haben und die wir in den meisten Fällen unbewusst bei der Erziehung unserer eigenen Kinder übernehmen. Die Lösung liegt also klar auf der Hand: Was möchtest Du aus Deiner eigenen Erziehung, an Deine Kinder weitergeben und was nicht? Denn jede werdende Mutter und jeder werdende Vater muss sich eingestehen: Es war nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht. Unterbrichst Du nachteilige familiäre Erziehungsmuster und ersetzt sie durch neue vorteilhafte, dann entlarvst Du Schwachstellen und räumst gleichzeitig Problem 1 aus dem Weg.
Punkt 2 ist ein Thema, mit dem sich sehr wenig Eltern zuvor auseinandersetzen: Der Erziehungsstil. Unser unbewusster Fehler ist es, dass wir versuchen, unsere Kinder mit dem gleichen Erziehungsstil zu erziehen, den wir selber erfahren haben. Da einige Erziehungsmethoden schon längst überholt sind, stoßen Eltern an Grenzen. Kinder machen zu, hören nicht, gehen in ihre eigene Welt und lassen Eltern mit ihren Warnungen im Regen stehen. Der Stilwechsel ist dann eine mögliche Lösung, die nur bedingt funktioniert. Da Eltern bei ihren Kindern auf Granit stoßen, wählen sie als Ausweg die antiautoritäre Erziehung. Zu Beginn scheint sie auch zu funktionieren. Doch schnell dreht sich das Blatt, denn mit der Zeit haben die Kinder die Oberhand und die Eltern funktionieren um die Kinder herum. Im pubertären Alter spitzen sich diese Schwachstellen zu. Die Lösung, um aus Punkt 2 herauszukommen, ist demnach kein Erziehungsstil, bei dem sich Machtrollen verschieben, sondern eine liebevolle, bedürfnisorientierte und selbstwerterhaltende Begleitung von Kindern.
Für Punkt 4 hole ich noch einmal ein klein wenig weiter aus: Auch die äußeren Gegebenheiten, unsere Gesellschaft, Erzieher, Lehrer, Eltern von Freunden unserer Kinder und Gemeinschaften haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder. Eltern mit feinfühligen Kindern haben es in unserem Gesellschaftsgefüge noch etwas schwerer als Eltern mit normalsensiblen Kindern. Unsere äußere Welt, gerade in Deutschland, ist schwieriger geworden. Wenn Du mit offenen Augen und einem Herzen am rechten Fleck durch den Tag gehst, dann erkennst Du es ganz klar. Die Unzufriedenheit hat zugenommen, der Frust ist gewachsen. Meiner Meinung nach besteht an so gut wie jeder Ecke dringender Bedarf zur Veränderung und das mit dem Ziel, unseren Kindern, den Erwachsenen von morgen, eine bessere Welt zu übergeben. Normalsensible Kinder haben es leichter, mit den Veränderungen in unserem Land. Bei hochsensiblen Kindern ist das anders. Schon den hochsensiblen Kindern von gestern – den Erwachsenen von heute – fiel das Leben in unserer Gesellschaft damals sehr schwer. Das hat sich leider nicht geändert. Ich würde sogar behaupten, für die feinfühligen Kinder unter uns, ist das Leben in den letzten Jahren eher schwerer als besser geworden. Hast Du ein hochsensibles Kind an Deiner Seite, dann ist meine klare Empfehlung für Dich: Gib Deinem Kind ein festes Fundament mit ins eigene Leben, stärke das Selbstbild Deines Kindes, mach es stark. Schau, wo Du mit alten gesellschaftlichen Strukturen mitgehen kannst und wo Du zum Wohl Deines Kindes andere – ja, neue Wege einschlagen musst.
Ein paar Grundbedürfnisse, die Kinder lieben.
Kinder lieben Klarheit und Authentizität. Wenn wir autark sind, wissen sie, woran sie sind. Sie lieben Grenzen, auch wenn sie murren. Mit klaren Aussagen können sie etwas anfangen, mit Umhergeeiere nicht. Von unserem Verhalten lernen sie. Sie respektieren unsere Wünsche und befolgen unsere Regeln, liebevoll ausgesprochen und bei Bedarf durch eine Erklärung ergänzt. Sie lieben Freiheiten. Akzeptieren familiäre Abläufe und mögen es, vernünftig gelenkt und geleitet zu werden.
Unsere eigene Klarheit lässt unsere Kinder zu klaren, authentischen Erwachsenen heranreifen. Wir sind ihre größten und wichtigsten Vorbilder. Machst Du Dir meinen Lieblingsleitsatz in der Kindererziehung heute zunutze, dann:
– fällt alles, was Du mit Liebe sagst, auf fruchtbaren Boden.
– befolgen sie alles, was Du konsequent verfolgst, respektvoll.

Lass mich Dir ein Beispiel geben.
Stell Dir vor, Dein Kind räumt ungerne sein Kinderzimmer auf. Ich weiß, die Vorstellung fällt Dir leicht, denn kein Kind der Welt räumt sein Zimmer gerne auf – schon gar nicht, wenn tausende von Spielsachen auf dem Boden verstreut herumliegen. Nun kannst Du ein aufgeräumtes Kinderzimmer mit Autorität einfordern oder die Unordnung mit Antiautorität akzeptieren. Beides ist nicht der richtige Weg.
Mit liebevoller Konsequenz hast Du den Mittelweg von beidem. Die Königsdisziplin sozusagen.
Das heißt: Du setzt Dich mit Deinem Kind zusammen und redest mit ihm darüber, warum es sein Kinderzimmer aufräumen möchte. Am besten erklärst Du auch gleich wie und leitest es das erste Mal an. Schließlich müssen Kinder aufräumen lernen. Um das Gespräch schöner zu gestalten, kannst Du Euch z.B. eine heiße Schokolade kochen. Dann bekommt Euer Gespräch eine besondere Note und nicht den Touch eines Kadergesprächs. Wenn Dein Kind den Sinn eines aufgeräumten Kinderzimmers verstanden hat, solltest Du mit ihm einen Termin vereinbaren, wann das Aufräumen erfolgen soll. Gib ihm hier bitte Mitspracherecht und bitte es darum, sich auch daran zu halten. Das Coole an dieser Vorgehensweise ist: Du gehst erstens auf Dein Kind ein, zweitens lernt es, Regeln auf wertschätzende Weise kennen und diese mit Liebe zu befolgen, und drittens darf es erfahren, dass Fehler zum Leben dazugehören und kein Beinbruch sind. Nicht zu vergessen ist: Ein Kind, das dank Dir Aufräumen gelernt hat, nimmt diese Gewohnheit mit ins eigene Leben – denk nur an das tägliche Zähneputzen.
Denke bitte daran, dass Du mein Beispiel an das Alter Deines Kindes anpasst.
Was macht Kindererziehung heute meiner Meinung nach aus?
Gib Deinem Kind die Hand. Betrachte es als gleichwertig und leite es an, ein starker, liebevoller, charakterfester und selbstbewusster Erwachsener zu werden.
Ein Erwachsener, der in seinem späteren Leben genau weiß, was er will, was er kann und wer er sein möchte.
Gib Deinem Kind ein festes Rüstzeug mit ins eigene Leben, indem Du ihm Dein Vertrauen schenkst, Deine Achtung und Deinen Halt. Versichere Deinem Kind, dass das Leben genug bereithält für jeden von uns. Es ist genug für uns alle da, auch wenn wir das oftmals als Erwachsene nicht sehen und verstehen. Lasst uns alle wieder mehr zusammenrücken, nachdem wir weit auseinandergerückt sind. Wir wissen jetzt, dass wir damit nicht wirklich weit gekommen sind.
Mein größter Wunsch ist es, dass wir unseren Kindern starke Wurzeln für eine neue Zeit mitgeben. Wurzeln, die das ganze Potenzial unserer Kinder an die Oberfläche bringen – und wovon die ganze Welt, ja das gesamte Universum profitieren wird. Macht Euch auf in eine Zeit der Liebe und des inneren Reichtums.
Wenn Du Lust hast, Deine Kindererziehung heute in Liebe anzupacken, dann ist Deine bewusste Entscheidung, besonders für Dein hochsensibles Kind ein Geschenk, denn es kann auf Deine Unterstützung – in jeglicher Hinsicht – auf dem Weg zu einem starken Erwachsenen, bauen.
Kindererziehung heute kann Freude sein, auch wenn sie ihre Hürden und Aufgaben bereithält.
Herzlichst Deine Heike
